Gambio, was ist da los? Chaos-Updates, peinliche Referenzen und frustrierte Agenturen
Wer unseren Blog verfolgt, weiß: Wir stehen zu Gambio. Erst kürzlich haben wir der Weltuntergangsstimmung widersprochen. Aber momentan macht es uns die Firma in Bremen wirklich nicht leicht, die Fahne hochzuhalten. Im Gegenteil: Was gerade abläuft, zerrt an den Nerven und lässt sich kaum noch erklären.
Seit dem Sicherheitspatch und den Fehlern dort, aus denen man angeblich gelernt haben will, ist so einiges vorgefallen. Man müsste fast lachen, wenn man bedenkt, dass seither gerademal ein Monat vergangen ist.
Pures Chaos ohne Plan: Das Update-Debakel um Version 26.04.0
Am Montag, den 22.04., war es so weit: Die Shopversion 26.04.0 erblickte das Licht der Welt. Mit großer Spannung erwartet, schließlich sollte hier unter anderem die Beta des lang ersehnten neuen AppStores enthalten sein…neben noch ein paar anderen Changes.
Was dann passierte, lässt sich eigentlich nur als hochgradig unprofessionell und schlichtweg peinlich bezeichnen. Anstatt eines runden Releases hagelte es im Gambio-Forum Hinweise der User auf zahlreiche, zum Teil massive Fehler. Qualitätssicherung? Wurde offenbar wieder mal outgesourced – und zwar in die Live-Umgebungen der zahlenden Händler, die das Update mutig (oder leichtsinnig) installiert haben.
Das Ende vom Lied: Am Donnerstagmorgen um Punkt 07:56 Uhr wurde das Update kleinlaut zurückgezogen. Der Thread sofort geschlossen. Seither komplette Funkstille. So ein Vorgehen zeugt von purem Chaos und absoluter Planlosigkeit. Ein Update mit solchen fundamentalen Bugs darf in diesem Stadium niemals an die Öffentlichkeit gelangen.
Aber Gambio macht nicht nur vor den aktiven Kunden keine gute Figur mehr, wenn man sich die Gambio eigene Website mal anschaut. Immerhin ist so eine Website nach wie vor das Schaufenster. Auch im Jahr 2026 gehört die gepflegt.
Die Referenz-Seite: Ein Meisterwerk der Selbstsabotage
Wenn man potenzielle Neukunden von einem Shopsystem überzeugen will, zeigt man gerne stolz, wer das System bereits nutzt. Gambio hat dafür auf der eigenen Website eine umfangreiche Referenz-Seite. Dort strahlen einem unglaubliche 2.117 verlinkte Referenz-Shops entgegen. Gambio selbst spricht von weit über 25.000 aktiven Installationen. Beeindruckend, oder?
Wir haben uns mal die Mühe gemacht und etwas genauer hingesehen. Das erschreckende Ergebnis: Von diesen 2.117 Links führen exakt 821 (das sind magere 38,8 %) überhaupt noch zu aktiven Gambio-Shops.
Und der Rest? Entweder sind die Seiten komplett offline (441), man landet auf schönen 404-Fehlerseiten oder – und das ist wirklich die absolute Krönung – die Shops laufen mittlerweile nachweislich auf komplett anderen Systemen (604).
Es macht wirklich einen unfassbar grandiosen, geradezu magischen und absolut vertrauenserweckenden – um nicht zu sagen: beschissenen – Eindruck auf Interessenten, wenn sie auf der offiziellen Herstellerseite reihenweise digitale Friedhöfe oder die direkte Konkurrenz präsentiert bekommen. Chapeau, fantastisches Marketing! Wer braucht schon funktionierende Aushängeschilder, wenn man auch einfach Karteileichen sammeln kann?
Wir sind maximal angepisst – Warum das so nicht weitergeht
Wir möchten das an dieser Stelle ganz klar betonen: Wir halten Gambio im Kern immer noch für ein sehr gutes System. Die Basis stimmt, die Möglichkeiten sind da und man kann damit richtig starke, Shops bauen. Insbesondere für sehr kleine Firmen (1-5 Personen) ist Gambio eigentlich die ideale Basis was Preis/Leistung angeht. Genau deshalb arbeiten wir ja so viel damit und setzen uns für das System ein.
Aber als Agentur sind wir momentan einfach maximal angepisst.
Es fühlt sich an, als würde Gambio aktuell so ziemlich alles in seiner Macht Stehende tun, um dafür zu sorgen, dass Gambio-Agenturen ihre Kunden verlieren. Wenn wir Kunden ein System empfehlen, dafür werben und es betreuen, brauchen wir Verlässlichkeit. Wir können unseren Kunden nicht erklären, warum das hochgelobte System Updates herausbringt, die zurückgezogen werden müssen, warum bei Sicherheitslücken weder sinnvoll kommuniziert noch gehandelt wird. Und wir können erst recht nicht erklären, warum der Hersteller selbst eine Außendarstellung pflegt, die aussieht, als hätte seit Jahren niemand mehr feucht durchgewischt.
Fazit: Gambio, bitte wacht auf! Bekommt eure Qualitätssicherung in den Griff, räumt eure Website auf und fangt wieder an, ein verlässlicher Partner für Händler und Agenturen zu sein. Das Potenzial ist da – werft es nicht durch Schlampigkeit und Chaos weg.

Rico ist Gründer und Inhaber von Orange Raven. Er ist seit über 15 Jahren als IT- und Marketing Experte (Studium Uni) speziell für Gambio und WordPress unterwegs.

